Qazi Mohammed

Qazi Mohammed lebte von 1900 bis zum 30. März 1947 und war Regierungschef der Republik Mahabad.

Der zweite Weltkrieg führte zu beträchtlichen Veränderungen im Iran. Auf Drängen eines britischen  Einflussbereichs, der Kermanscha eingenommen hatte, kam es zur Abdankung Reza Schahs. Dies nährte das Wiederaufleben stämmischer Strukturen, deren vorige Unterwerfung Verdienst Reza Schahs gewesen war.

Zuvor ins Exil geschickte Stammesführer kehrten zu ihren jeweiligen Stämmen zurück. Daher fürchtete Teheran eine separatistische kurdische Bewegung. Großbritannien drängte auf liberalere, wenn auch nicht Autonomie gewährende politische Maßnahmen gegenüber der kurdischen Bewegung. Im Jahre 1942 hat sich eine Gruppe junger Städter und der gehobenen Mittelschicht zur ,,Komalai Ziani Kurd‘‘ zusammengeschlossen. Weder im Tribalismus noch in der Religion sahen sie Lösungsansätze zur Behebung des kurdischen Dilemmas. Bewusst pflegten sie Kontakt zu den Sowjets, die die Bewegung in die Hände angesehener Kurden legen wollten, von denen sie sich mehr versprachen. 1945 folgte das widerstrebende Angebot an den führenden Geistlichen Mahabads, Qazi Mohammed, deren Vorsitzender zu werden.

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Die Gründer der Komala verloren die Kontrolle jedoch aufgrund der Formation der Kurdischen Demokratischen Partei Irans. Nicht zuletzt war die Gründung der KDPI ein Instrument der Sowjets um Ölkonzessionen.
Am 22. Januar 1946 rief Qazi Mohammed die kurdische Republik aus, welche die Städte Bokan, Mahabad, Naqqada und Ushnavia einschloss. Nicht alle Stammesführer befürworteten die Republik. Daher kamen Malla Mustafa Barzani und seine 3000 Anhänger, die ihrerseits aus dem Irak geflohen waren, äußerst gelegen und stellten die militärische Macht der Republik. Trotz des Titels war nicht viel Demokratisches an der Republik. Von Themen, wie beispielsweise der ländlichen Gesellschaft, Landreformen und der Abschaffung der Agha hielt sie sich fern.

Die Hoffnung auf eine langlebige Unterstützung der Sowjets erwies sich als irregeleitet, denn diese vertraten eine pragmatische und keine ideologische Position. Sobald die Sowjets an ihre lang ersehnten Zugeständnisse zur Erdölprospektion erlangten- die vom iranischen Parlament aber nie ratifiziert wurde- verließen sie gegen Ende des Jahres 1946 iranischen Boden. Die Überlegung damit der unilateralen Bewegung, die zu Unabhängigkeit hätte führen können, die Triebfeder zu nehmen, erwies sich als wahr. Im Dezember schlossen die meisten Stammesführer Frieden mit Teheran, dessen Truppen geführt von kurdischen Stammesmännern nach Mahabad zurückkehrten.
Qazi Mohammed wurde, trotz wiederholter Bemühungen um Verhandlungen, erhängt.

Rückblickend lässt sich feststellen, dass die kurze Geschichte der Republik, die keine bemerkenswerten ideologischen oder sozialen Transformationen mit sich brachte, unter anderem ein Beispiel stämmischer Opportunismus darstellt.

Quellen der Abbildungen:

  1. Quelle: http://i-cias.com/e.o/slides/kurdistan_republic_mahabad02.jpg

Von Fro Karim

Dissident © 2015

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