Exodus der Kurden

Als die Südkurden (irakische Kurden) im Jahre 1991 vor der Tyrannei Saddam Husseins in den benachbarten Iran und die Türkei fliehen mussten, drückte der kurdische Dichter Sharif Hussein Penahi aus Mehabad in Ostkurdistan seine Gefühle folgend aus.

Der kurdische Sänger Adnan Karim hat ein wunderschönes Lied daraus gemacht. 23 Jahre danach scheint sich für die Kurden nichts geändert zu haben. Anlässlich der jetzigen Situation der kurdischen Flüchtlingen hat DISSIDENT ONLINE das Gedicht übersetzt. 



Die Übersetzung

Exodus der Kurden

Die kurdischen Flüchtlingsströme kommen in Karawanen entlang der Stadtwege
Tagsüber unter schwerer Last und Hunger, in der Nacht begleitet vom Regen

Ich durchquere meine eigene Heimat, sagt nicht, ich wäre ein Flüchtling!
Auch wenn ich ohne Schuhe und ohne Zelt auf die Berge zugehe.

Auf weitem Wege ein erschlagenes Volk mit gerissenen Lippen, barfüßig
Von den Liebsten mit Tränen in den Augen empfangen

Es ertönen nicht die vertraute Musik und der Gesang der reisenden Nomaden
Dafür hört die Karawane das Geschrei der Verwundeten

Um ein Kind, welches die Leiche seiner Mutter hinter sich lässt und weitergeht,
weint Himmel, weinen die Vögel auf den Bäumen

Aus den verlassenen Orten ist nur das Artilleriedonnern des Feindes zu hören
Der Platz zur Erholung liegt nun in den roten Händen der Tyrannen

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Gedicht: Sharif Hussein Penahi
Sänger : Adnan Karim
Übersetzung: Dissident
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Dissident © 2015

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